Von den Bergen an die spritzige Küste von Wales (4 oder 6 Tage)
Programmart: ReittourReisezeit: Gemäss TerminUnterkunft: GästehausVerpflegung: VPZimmer: DZ, EZSprache: englisch, deutschNichtreiter: neinKinder: jaKinder können ab 14 Jahren an den Trails teilnehmen.Eigenes Pferd: nein Gruppengrösse / Mitreiter Min: 2Max: 8
Auf diesem Trail durchqueren Sie Wales von Ost nach West, bis an die Küste des Keltischen Meers mit Blick auf Irland. Auf ca. 160km Wegstrecke über Hügel und Täler lernen Sie ein mystisches und wildes Wales kennen. Der Ritt zur Küste ist sehr vielfältig und führt über verschlungene Wege, offene Hügel, Flussübergänge und herrlich grüne Ebenen. Die Pfade sind eine Mischung aus wenig genutzten Landwirtschaftswegen, Reitwegen, alten Gemeindestraßen und Routen durch die Cambrian Mountains. Das Reittempo variiert dabei und passt sich ans Gelände an. Am keltischen Meer angekommen erwarten Sie spritzige Galoppaden! Sie reiten täglich zwischen 6 und 7 Stunden.
Pferde: Robuste Ponys und Pferde u.A. Welsh Pony, Welsh Cob, Shire Horse und Mixe. Trailerfahren mit ausgeglichenem Wesen und vorwärtsgehend. Die Pferde werden halbjährlich für die Trails eingesetzt und bekommen dann eine halbjährliche Winterpause. Sattel & Zaum: Englisch mit Wassertrense. Satteltaschen mit wasserdichter Innentasche für Ihr Gepäck und Lunch (kein Gepäcktransport beim Celtic Trail). Reiterfahrung: Sie sollten sich auch im flotten Galopp im Gelände wohlfühlen und über eine gute, körperliche Fitness verfügen bei täglichen Reitzeiten bis zu 7 Stunden, Reitergewicht max. 92Kg.
Kundenmeinungen, Informationen zum Land (wie z.B. Visabestimmungen) und Wetterinfos finden Sie bei und nur online, da sich diese täglich ändern können. Gehen Sie dafür bitte online auf www.reiterreisen.com/fre007.htm
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Termine
Cambrian Mountain Trail, Wales, 6 Tage
27.05. - 01.06.
30.06. - 05.07.
04.08. - 09.08.
08.09. - 13.09.
Celtic Trail, Wales, 4 Tage
11.06. - 14.06.
16.07. - 19.07.
20.08. - 23.08.
24.09. - 27.09.
Leistungen und Hinweise
Leistungen und Hinweise: 6(4) Tage/5(3) Üb. im DZ in B&Bs und Gasthöfen, 6(4) Reittage, VP, Satteltaschen (Gepäcktransport bei FGC4D), Englisch sprechender Guide.
An-/Abreise: Gemäss Termin, Anreise am Vortag empfohlen, da Programmstart am 1. Tag um 8.30 Uhr, Programmende gegen 16.00 Uhr.
Flughafen: Bristol, Birmingham
Bahnhof: Hereford
Im Preis nicht eingeschlossen: Trinkgelder, Transfer, alkoholische Getränke.
Preise
Code
Euro
SFR
FGC6D
Cambrian Mountains, 6 T., 6 Reitt.DZ, VP
3520.-
3352.-
FGC4D
Celtic Trail, 4 Tage, 4 Reittage, DZ, VP
1946.-
1853.-
FG6EZ
Cambrian Trail, 6 T., EZ-Zuschlag
281.-
267.-
FG4EZ
Celtic Trail, 4 T., EZ-Zuschlag
166.-
158.-
Bemerkungen: Einzelzimmerzuschlag obligatorisch bei Alleinbuchung!
Cambrian Mountain Trail (6 Tage)1. Tag: Treffpunkt ist um 8:30 Uhr am Stall (Zusatznacht vorab empfohlen). Sie lernen Ihren Guide, Ihre Mitreiter und Ihr Pferd für die kommenden Tage kennen. Packen Sie Ihre Satteltaschen (kein Gepäcktransport) und los geht`s. Erkunden Sie die verschlungenen Pfade von Begwns und Llanbedr Hill und reiten Sie durch das Dorf Painscastle, wo auch eine der größten Schlachten der walisischen Geschichte im Jahr 1198 stattfand. Nach dem Mittagessen überqueren Sie Aberedw Hill und erreichen die Unterkunft der Pferde für die Nacht. Kurzer Transfer in die Agrarstadt Builth Wells, wo Sie übernachten. Reitstrecke: ca. 26km.2. Tag: Geniessen Sie Ihr erstes walisisches Frühstück, bevor Sie abgeholt und zu den Pferden gebracht werden. Heute verbringen Sie den ganzen Tag im Sattel. Sie klettern hinauf zum Pant-y-llyn, einem See hoch über Builth Wells. Sie folgen dem nördlichen Abschnitt der Mynydd Eppynt hinunter nach Abergwesyn, wo die Pferde übernachten werden. Kurzer Transfer nach Llanwrtyd, wo Sie in einem lokalen Gasthaus übernachten. Reitstrecke ca. 35km.3. Tag: Die heutige Route führt durchs Kambriumgebirge, über sehr abgelegene und alte Pfade. Folgen Sie den Straßen der Mönche, überqueren Flüsse und erreichen schliesslich die historische Abtei von Strata Florida, um im nahegelegenen Pontrhydfendigaid zu übernachten. Die Pferde bleiben einen kurzen Spaziergang entfernt auf einem Bauernhof. Reitstrecke: ca. 30km.4. Tag: Ihr erstes Ziel des heutigen Tages ist das Ffair-Rhos. Sie durchreiten das Dorf und gelangen in ein stilles Tal, vorbei an den Überresten einer verlassenen Siedlung. Genießen Sie die Ruhe und Abgeschiedenheit des Waldes von Bwlchgwallter. Ein besonderes Highlight ist die Überquerung einer Brücke über dem Dologauer Wassererfall. Fotostopp unter einem alten Mauerwerksbogen, der 1810 anlässlich des Goldenen Jubiläums von George III gebaut wurde. Nach dem Mittagessen folgen Sie dem Fluss hinaus auf die offene Moorlandschaft und hinunter in das Dorf Ponterwyd, wo Sie in einem örtlichen Hotel übernachten werden. Reitstrecke: ca. 32km.5. Tag: Heute Folgen Sie einer alten Bergstrasse hinauf, vorbei am Dinas Reservoir, weiter über den Damm bei Nant -y-Moch am Fusse von Plynlimon, dem höchsten Punkt des Kambriumgebirges. Auf dem Weg ins Tal nach Ceulanamaesmawr können Sie bereits einen Blick aufs Meer werfen. Sie folgen Sie den Reitwegen, die über die Cardigan Bay hinausragen. Hier werden Ihre Pferde auf Sie warten, während Sie in Aber übernachten. Reitstrecke: ca. 28km.6. Tag: Am letzten Tag erfolgt ein kürzerer Ritt hinunter zum Badeort Borth. Dort geniessen Sie spritzige Galoppaden an der wilden Küste, bevor Sie den Treffpunkt erreichen. Hier können Sie je nach Wetter bei einer Tasse Tee oder einem Eis die Erlebnisse der vergangenen Tage austauschen, bevor Sie gegen Mittag abgeholt werden und zurück zum Stall fahren. Die Abreise erfolgt ab ca. 15:30 Uhr.Celtic Trail (4 Tage) - kein PacktrippDieser Trail führt Sie auf vergessenen Wegen vorbei an vielen, alten Kulturstätten von Wales. Dabei erklimmen Sie immer wieder Hügel und durchqueren historische Siedlungen. So bekommen Sie einen besonderen Eindruck zur Landesgeschichte und sind direkt am Ort des Geschehens, unter anderem auch auf einem Schlachtfeld. Auf den Hochebenen erwarten Sie ebenfalls flotte Galoppaden. Sie reiten täglich zwischen etwa 6-7 Stunden (ca. 25km pro Tag).1. Tag: Treffpunkt ist um 9:00 Uhr am Stall (Zusatznacht vorab empfohlen). Lernen Sie Ihren Guide, Ihre Mitreiter und Ihr Pferd für die kommenden Tage kennen. Bei diesem Trail packen Sie keine Satteltaschen, Ihr Gepäck wird mit einem PKW transportiert. Erkunden Sie die Hochlandebene Begwns, vorbei am Roundabout, einem ungewöhnlichen Wahrzeichen zu Ehren des Diamantenjubiläums von Königin Victoria. Sie überqueren Rhulen Hill und Aberedw Hill. Am Nachmittag erreichen Sie die Unterkunft Ihrer Pferde, von wo eine kurze Taxifahrt Sie nach Builth Wells zu Ihrem Gästehaus bringt. 2. Tag: Sie beginnen mit einem steilen Aufstieg auf den spektakulären Hergest Ridge. Geniessen Sie einen Galopp um eine verlassene Rennbahn ganz oben auf dem Grat. Diese wurde 1825 eröffnet und hielt bis etwa 1880 regelmässig Veranstaltungen ab. Danach passieren Sie den Whet Stone, der für Wetten und Verhandlungen genutzt wurde. Sie entdecken das Dorf Gladestry und folgen den ruhigen Landstrassen entlang Offas Dyke und Disgwylfa, bevor Sie Newchurch erreichen. Geniessen Sie die Aussicht auf Newchurch Hill und Bryngwyn Hill, bevor Sie die Pferde versorgen. Kurzer Transfer zum örtlichen Gasthaus im Dorf Painscastle - dem Schauplatz der grössten und brutalsten Schlacht in der walisischen Geschichte im Jahr 1198. 3. Tag: Geniessen Sie Ihr erstes walisisches Frühstück der Reise, bevor Sie abgeholt und zu den Pferden gebracht werden. Sie reiten los durch die hügelige Landschaft und erreichen das kleine Dörfchen Hundred House. Einst als strategisch wichtiger Ort bekannt wurde die Siedlung im ersten Jahrhundert n. Chr. sowohl von den Römern, als auch von den Normannen erbaut. Von hier aus erklimmen Sie Gwaunceste Hill und geniessen einen fabelhaften Panoramablick. Sie passieren die Überreste von Black Yatt, einem alten Bauernhaus aus dem 18. Jahrhundert, das in den 1960er Jahren gesprengt wurde um eine Filmkulisse für einen Weltkriegs-Film zu haben. Ihr heutiger Tag endet in Old Radnor, wo Sie in einem Gasthaus übernachten. 4. Tag: Nach dem Frühstück gehen Sie zurück zu den Pferden. Sie reiten in die raue Moorlandschaft des Llanbedr Hill und geniessen die spektakuläre Aussicht auf die Black Mountains mit dem Pen-y-fan, dem höchsten Gipfel in Südwales. Später reiten Sie den Landeilo Hill entlang, wo Sie am mysteriösen Grab von Twm Tobacco vorbeikommen. Schauen Sie hinunter nach Aberedw, wo der letzte Prinz von Wales - Prinz Llewelyn - im frühen 13. Jahrhundert in einer Höhle Zuflucht fand und sich vor den Engländern versteckte. Nach dem Mittagessen ist es Zeit für aufregende Galoppaden auf den Begwns, bevor Sie gegen 16.00 Uhr wieder den Reithof erreichen und sich bei Scones und Tee auf die Abreise vorbereiten.Änderungen vorbehalten!
Unterkunft Sie übernachten auf dieser Tour jede Nacht in einem anderen einfachen, aber gemütlichen B&B/Gästehaus auf der Route. Alleinreisende erhalten automatisch ein Einzelzimmer. Die Unterkünfte sind alle familiengeführt, die Betreiber empfangen Sie nach waliser Art warm und herzlich. Vor Ort werden Handtücher für Sie bereitgestellt.Das Frühstück und Abendessen wird für Sie frisch mit lokalen Zutaten vor Ort zubereitet und unterwegs stärken Sie sich bei einem üppigen Picknick. Haben Sie spezielle Verpflegungswünsche (Unverträglichkeiten, vegetarisch, vegan), geben Sie dies bitte bei Buchung an, sodass wir die Unterkünfte informieren und eine Umsetzbarkeit checken können.Im Nachbarort gibt es eine grosse Auswahl an Unterkünften für die Zusatznächte. Unser Partner holt Sie gern von dort ab!
Sattel & Zaum: Englisch mit Wassertrense. Satteltaschen mit wasserdichter Innentasche für Ihr Gepäck und Lunch (kein Gepäcktransport beim Celtic Trail). Reiterfahrung: Sie sollten sich auch im flotten Galopp im Gelände wohlfühlen und über eine gute, körperliche Fitness verfügen bei täglichen Reitzeiten bis zu 7 Stunden, Reitergewicht max. 92Kg. Pferde: Robuste Ponys und Pferde u.A. Welsh Pony, Welsh Cob, Shire Horse und Mixe. Trailerfahren mit ausgeglichenem Wesen und vorwärtsgehend. Die Pferde werden halbjährlich für die Trails eingesetzt und bekommen dann eine halbjährliche Winterpause.
Reisezeit: 24. Juli 2022 - 29. Juli 2022
Die Pferde sind wirklich toll und man kann sich auf sie verlassen. Es war durchaus eine abenteuerliche Reise durch die Natur von Wales, die sehr abwechslungsreich ist. Was hat Ihnen besonders gefallen: Schwer etwas herauszupicken. Die Landschaft, in der Natur sein, Wales von einer anderen Seite zu erleben und die Reiseleiterin war sehr geduldig und hat sich viel Mühe gegeben und hat auf jeden Rücksicht genommen. Auch wenn in der Gruppe viele verschiedene Charaktere sehr unterschiedlichen Alters aufeinander trafen, hat es super funktioniert. Die Wegbeschreibung zur Freerein Riding Tour in den Unterlagen ist falsch. Die Beschreibung führt zu einer Unterkunft, nicht aber zum Hof mit den Pferden. Die sollte man vielleicht noch anpassen, dass wenn der nächste die Organisation mit dem eigenen Fahrzeug besucht, nicht wieder beim Gasthaus landet. Was hat Sie gestört: Was besonders gestör hatt ist etwas hart ausgedrückt. Hilfreich wäre es, wenn vielleicht im Beschrieb stehen würde, wie gross die Satteltaschen für das Gepäck sind. Einfach ungefähr, damit man das Gepäck entsprechend mitnehmen kann. Ich habe mir die Satteltaschen grösser vorgestellt, meine Kollegin kleiner. Interessant wäre noch auf einer Karte zu sehen, wo man entlang geritten ist. Wir bekamen sie schon zu Gesicht und haben sie auf der Tour gemeinsam angeschaut, aber vielleicht auch zur Erinnerung, da die Ortsnamen doch sehr speziell und nicht leicht zu merken sind. Erwartungen erfüllt: ja Service: ausreichend Pferde: ausgezeichnet Sattel & Zaumzeug: gut Unterkunft: ausgezeichnet Verpflegung: gut Guide: ausgezeichnet
Noch nie oder höchstens mal im Strandhotel auf dem Pferd gesessen. Bis jetzt glauben Sie noch den Spruch, dass ein Pferd vorne beisst, hinten schlägt und zu allen vier Seiten steil abfällt.....
Sie haben die ersten Reitstunden hinter sich und eine Ahnung bekommen, dass ein Pferd einen eigenen Willen hat, aber ansonsten meist kooperativ ist. Man hat Sie von der Longe gelassen und Sie haben die ersten Reitstunden im Schritt in der Bahn absolviert, sind schon einige Male getrabt und haben auch schon mal einen kurzen, verhaltenen Galopp freiwillig absolviert. Für einen Stationäraufenthalt mit Ausritten reicht es meist schon!
Glückwunsch. Sie bleiben im Schritt, Trab und Galopp meist oben. Jetzt können Sie sich schon zutrauen, eine leichte Reittour in Angriff zu nehmen. Z.B. in Andalusien. Nicht unbedingt, weil Sie schon "reiten" können, sondern weil Andalusier sehr umgänglich, geistesstark und auf den Reiter bezogen sind. Wenn Sie eher von weiterer Ausbildung träumen: ab hier sprechen manche erst von "Dressur", also z.B. bestandene Reiterpass-Prüfung (muss aber nicht sein, wir verlangen keinen Führerschein).
Springen sollten Sie sowieso nicht vorher ausser in speziellen Kursen.
Weil Sie sich schon lange sicher im Sattel fühlen, können Sie auch schwierigere Wegstrecken und über längere Zeit zurücklegen. Sie machen sich wenig Gedanken darüber, mit welcher Pferderasse Sie "zurechtkommen". Sie haben genug Selbstvertrauen, jedes fremde, "ordentlich" gerittene und normale Pferd zu reiten. Ausbildung: ausbalancierter Sitz in allen Grundgangarten, freie Handführung, erste Seitengänge, stellen auf 2 Hufschläge
Jetzt reiten Sie ohne Furcht alles, was Ihnen unter den Sattel kommt. Ob Wallach, Stute oder Hengst: im Zweifelsfall werden Sie von uns sowieso nach Ihren Wünschen gefragt, denn jeder mag ein anderes Temperament. Ausbildung: Sie lernen auf top ausgebildeten Pferden, die immer mehr können als Sie, Hilfen in Piaffe, Passage, flieg. Galoppwechsel...
Man spürt es, sieht es und hört es gleich: Wales ist anders. Um das kleine britische Land rankt sich ein unendlicher Reichtum an Historie, Mythen und Legenden, eine eigentümliche alte Sprache lebt dort weiter, das Wetter hat manchmal vier Jahreszeiten an einem Tag in petto und die Menschen sind an unaufdringlicher, ehrlicher Gastfreundlichkeit kaum zu überbieten. Manchmal beschleicht den Reisenden hier tatsächlich das Gefühl, auf den Seiten eines lebendigen Bilderbuchs, inmitten eines alten britischen Landschafts-Gemäldes oder historischen Romans gelandet zu sein. Was gäbe es da für eine passendere Art, dieses Land zu erkunden, als vom Pferderücken aus? Reiten durch ein BilderbuchUnsere Reise beginnt in Clyro, einem kleinen Dorf nahe der Grenze zwischen Wales und England. Diese verläuft nur ein paar Kilometer entfernt mitten durch das hübsche – und ziemlich skurrile – Städtchen Hay-on-Wye (siehe Kasten Seite 30). Die Pferde sind am Ortsrand von Clyro, am Gelände der herrschaftlichen Baskerville Hall untergebracht. Das beeindruckende historische Herrenhaus im Hintergrund sorgt für genau dierichtige Einstimmung auf unseren viertägigen Rundritt. Nach dem Kennenlernen der Pferde und unseres Guides May sowie der unverzichtbaren Tasse Tee satteln wir auf, packen unsere Satteltaschen und brechen auf den viertägigen „Welsh Prince Trail“ auf. Während der nächsten Tage werden wir die östliche walisische Grenzregion zwischen Hay-on-Wye im Süden und Radnor im Norden erkunden. Hier, jenseits der Küstenund Ballungsräume, ist Wales spärlich besiedelt. Die Landschaft ist geprägt durch das Kambrische Gebirge und seine Hügelketten, Wiesen- und Heidelandschaften, Moore und kleine Dörfer: Das Bild, das der durchschnittliche Festland-Europäer von Wales im Kopf hat, kommt der Realität tatsächlich ziemlich nahe. Auf schmalen Sträßchen und Feldwegen reiten wir an diesem ersten Tag vorbei an alten Bauernhöfen, wo uns entspannte Hofhunde milde interessiert anblinzeln, an historischen Kirchen und verwunschenen Friedhöfen, und immer wieder hinauf auf die Hügel, die absoluten Highlights des Ritts: Als sogenannte Commons, also Allgemeingut, sind die Heideflächen für alle zugänglich, ob aufzwei oder vier Beinen. Menschen trifft man hier oben trotzdem kaum, dafür eine Menge Schafe, Wildvögel und – so erzählt uns May am ersten Tag – mit ein bisschen Glück auch ein paar Herden halbwilder Ponys. Bevor wir diese allerdings endlich zu Gesicht bekommen, wird noch eine Weile vergehen. Zu bestaunen gibt es inzwischen mehr als genug, denn das Panorama ist beeindruckend: Die Weiden in den Tälern, in ein Mosaik zerteilt durch Hecken und Steinmauern, erscheinen von oben wie ein in hundert verschiedenen Gelb-, Grün- und Ockertönen gehaltenes Gemälde. Sattsehen kann man sich daran auch in vier Tagen nicht.Prinz und SchmiedDie erste Übernachtung steht für uns in Builth Wells an, einem Ort, wo walisische Geschichte geschrieben wurde. Die kleine Stadt am Fluss Wye hat vor einigen Jahren mit der Enthüllung eines großen Wandbildes für Aufsehen gesorgt. Dieses empfängt Reisende schon am Ortseingang, direkt neben der Brücke über den Wye. Die ganze Seite eines Gebäudes zeigt eine Szene aus den letzten Tagen des Llywelyn ap Gruffydd. Er wäre der letzte echte Prinz von Wales gewesen, erzählt uns eine Dorfbewohnerin, die uns bei einem abendlichen Spaziergang sofort als Touristen entlarvt. Verfolgt von der Armee des englischen Königs Edward I., versteckte er sich in den Hügeln nahe der Stadt. Der Versuch Edwards (dessen ausnehmend hässliches Porträt prominent über der gemalten Szene prangt), die Waliser englischen Gesetzen zu unterwerfen, hatte 1282 zu Aufständen geführt. Llywelyn ap Gruffydd, seit 1246 Herrscher des autonomen Wales, setzte sich mit seinen Landsleuten zur Wehr, Krieg brach aus. Im Dezember 1282 schließlich waren die Engländer dem Anführer der gegnerischen Armee dicht auf den Fersen. Jo, unsere pferdeverrückte Gastgeberin im B&B The Owls, weist uns auf ein interessantes Detail des Gemäldes hin: „Schaut euch die Hufabdrücke des Pferdes an, auf dem der Prinz sitzt.“ Tatsächlich: Ein schlauer Schmied nagelte dem Ross des Verfolgten die Hufeisen der Legende nach verkehrt herum auf, um Edwards Soldaten damit in die Irre zu führen. Erfolglos: Der Prinz wurde gestellt und getötet, zwei Jahre später war auch die letzte Gegenwehr Wales’ zerschlagen und das Land in das englische Königreich eingegliedert.„All welcome“Das Städtchen Builth Wells hat nicht nur aus historischen Gründen einen Namen: Hier findet alljährlich die berühmte Royal Welsh Show statt. MitVieh- und Pferdemarkt, einer Vielzahl an Zuchtschauen, land- und forstwirtschaftlichen Bewerben und allerlei mehr zieht die Messe hunderttausende Besucher:innen von nah und fern an. An den riesigen Show Grounds reiten wir am nächsten Morgen vorbei – noch sind sie verlassen, aber es fällt nicht schwer, sich die mitreißende Atmosphäre der Messe vorzustellen. Die Landwirtschaft, und allem voran die Viehhaltung, prägt Wales kulturell wie landschaftlich. Ein wichtiges wirtschaftliches Standbein ist der Tourismus, denn die ländliche Idylle und das milde Klima lassen für Aktivtouristen kaum etwas zu wünschen übrig. Im Roast Ox Inn in Painscastle, unserer zweiten Herberge, sind sie allesamt willkommen. Das stellt ein Schild vor der Türe des urigen Landgasthauses, das direkt aus J.R.R. Tolkiens Fantasiewelt entsprungen scheint, klar: Ob Radler, Motorradfahrerin oder Wanderer, „all welcome“. Selbst Hund und Pferd dürfen laut Schild hier einkehren, aber wir stellen den Wirt nichtauf die Probe. Die Pferde verbringen die Nacht ein paar Hundert Meter vom Dorf entfernt auf einer schönen Weide in Gesellschaft einiger Schafe und Kühe, während wir kulinarischen Genüssen aus Tonys Küche frönen. Der Besitzer des Roast Ox war, wie sich herausstellt, 18 Jahre lang Wahl-Österreicher, arbeitete unter anderem in der Küche eines Wiener Luxushotels. Das schmeckt man: Seine Marsala-Karfiol-Kreation in Backteig mit Kressesprossen und Kräuterdip macht uns sprachlos, und am nächsten Morgen schafft er es sogar, das schnöde Rührei auf Toast zum Gourmetfrühstück zu verzaubern. Kein Wunder eigentlich, dass sogar unsere Pferde seine Kochkünste mittlerweile kennen: Mein Wallach Woody ist am Morgen unseres dritten Tages zum ersten und einzigen Mal brennend an der Tasche meines Reitmantels interessiert. Er lässt sie nicht aus den Augen, bis ich auf seinem Rücken sitze. Über sein seltsames Verhalten wundere ich mich bis zur mittäglichen Picknickpause, wo sich das Rätselschließlich löst: Neben Sandwich und selbstgebackenem Früchtekuchen hat Tony auch eine Karotte für jedes Pferd in unsere Lunchpakete hineingeschummelt. Auf einem geflügelten Pferd Mitten durch den Farn-Dschungel geht es an diesem Vormittag. Der auf den britischen Inseln heimische Adlerfarn (Pteridium) hat sich in den letzten Jahrzehnten so rapide vermehrt, dass er mittlerweile große Teile der einstigen Heidevegetation ersetzt hat. Statt Heidelbeeren, Heidekraut und Wacholder wächst auf vielen der Hügel jetzt vor allem Farn. Die britische Regierung versucht seit Jahren, der explosiven Verbreitung mit einem Managementprogramm zu Leibe zu rücken. Aber die durch Entwaldung undintensive Beweidung über Jahrhunderte mager gewordenen Böden sind ideale Habitate für durchsetzungsstarke, anspruchslose Pflanzenspezies wie ihn. Zum Glück für uns wird der Farn jedoch selten mehr als kniehoch, auf Trampelpfaden kommen die Pferde leicht durch das Dickicht. Die Schafe scheinen ihn außerdem gerne als Deckung vor solchen großen Störenfrieden zu nutzen. Nach der Mittagspause, die wir bei Sonnenschein neben unseren friedlich dösenden Pferden verbringen, kündigt uns May mit einem verschmitzten Lächeln den Ritt zum Racecourse (dt. Rennbahn)an. Was da wohl auf uns wartet? Bald erreichen wir eine weitere Hügelkuppe, auf der seltsamerweise einige exotische Araukarien, Vertreter einer urzeitlichen Nadelbaumgattung, thronen. In einem großen Kreis rundherum führt ein breiter Weg, bedeckt mit dem für diese Hügel so typischen millimeterkurzen Rasen, der den perfekten Boden zum Reiten liefert (den Schafen sei Dank!). Während ich noch versuche, den Verlauf des Rundkurses um den Hügel zu überblicken, zeigt mir Woody unverblümt, was es mit dem Namen auf sich hat: Kaum biegen wir auf den Pfad ein, spüre ich seinen Turbo anspringen – und los schießt er in gestrecktem Galopp. Mir bleibt die Luft weg, nicht nur von der Geschwindigkeit, die in ihm steckt. Nach bereits einigen Stunden Ritt in fleißigem Tempo, mit vielen Steigungen und Bodenverhältnissen, die hier und da Konzentration fordern, überrascht er mich damit. Vor allem ist es aber das bildschöne 360°-Panorama, das mir den Atem raubt: In der klaren Luft ausgebreitet bis an den Horizont liegt die Landschaft da, und ich werde weit oben darüber hinweggetragen – als hätte mein Pferd Flügel. Das Gasthaus The Harp in Old Radnor setzt diesem spektakulären Tag des Abends die Krone auf. Das Gebäude aus dem 15. Jahrhundert, erbaut aus grob behauenen Steinen und sehr stilecht eingerichtet mit offenen Kaminen und dunklen Himmelbetten, steht auf einer Hügelkuppe, direkt neben der KircheSt. Stephen, die in einem Großbritannien eigenen spätgotischen Stil errichtet wurde. Die Aussicht auf das Tal unterhalb ist traumhaft, ein keltisches Kreuz, aufgestellt in Gedenken an die Weltkriegsopfer, fügt dem Panorama einen gewissen Tiefgang hinzu. Auch der alte Friedhof neben der Kirche entführt in eine andere Zeit: Sandstein-Grabsteine, die nur noch Fragmente ihrer Inschriften erahnen lassen, versinken langsam zwischen Efeuranken und hohem Gras, darüber breiten Hunderte Jahre alte Eiben ihre dunkelgrünen Kronen aus.Reiterparadies mit HindernissenGroßbritannien ist ein Pferdeland. Das zeigt sich nicht nur an pferdeverrückten Royals und einer Unmenge einheimischer Pferderassen, sondern auch am Umgang mit Reitern im Straßenverkehr: Die Autofahrer auf den Straßen verhalten sich fast immer – zumindest was unsere Begegnungen betrifft – vorbildlich. Da wird gebremst oder sogar stehengeblieben, freundlich gegrüßt, und überholt grundsätzlich nur auf Aufforderung des Reiters hin. Davon könnte man sich hierzulande ein großes Scheibchen abschneiden … Aber ein wenig Herausforderung unterwegs muss auch in Wales sein. Sie begegnet uns in Form von Weidetoren. Wer es davor noch nicht beherrschte, braucht danach jedenfalls keine Sorge zu haben: Ein Tor vom Pferderücken aus zu öffnen und zu schließen lernt man hier im Handumdrehen, jeder Reittag bietet mehr als genug abwechslungsreiche Gelegenheiten zum Üben. Ich weiß jetzt: Es gibt wohl so viele verschiedene Arten, ein Tor zu verschließen, wie Schafbauern in Wales. Manche sind wundervollerweise extra so konzipiert, dass man sie ganz leicht –mit etwas Fingerspitzengefühl – vom Sattel aus entriegeln kann, für andere braucht man eher eine Brechstange. Unsere Pferde helfen tatkräftig mit, wo sie können. Woody übernimmt mit Freuden das Aufdrücken eines schwergängigen Tores, nachdem ich seine Geduld mit meinen ungeschickten Versuchen, den Riegel zu bewegen, ein wenig strapaziert habe. Oft genug enttäusche ich ihn auch, wenn ein Klappverschluss klemmt, Laschen festsitzen, schwere Tore schief in den Angeln hängen, oder genervte Grundbesitzer schlicht einen Nagel quer durch den Riegelverschluss getrieben haben. Eigentlich, erklärt uns May, dürfen sie das aber nicht, dennselbst mit Pferd darf man in Großbritannien grundsätzlich fast jeden Weg benutzen. Was für ein Reiter-Paradies! Eine echt walisische ErfahrungAn Tag vier, unserem letzten Reittag, durchqueren wir eine unendliche windgepeitschte, völlig baum- und strauchlose Hochebene. Über uns kreisen Rotmilane, Schafe springen aus den tief in die Erde eingekerbten Fahrrinnen davon, in die sie sich zum Ruhen gekauert haben. Tausende Augen verfolgen unseren schweigsamen Ritt. Wir sind offensichtlich eine seltene Abwechslung im Alltag der Schafe und Kühe, die hier oben weiden. Aber wo wir anfangs nur das Pfeifen des Windes hören, dröhnt uns schon bald das aufgeregte Blöken hunderter Schafe entgegen. Beim Näherreiten stellt sich heraus, dass eine Herde zum Scheren zusammengetrieben wurde und die Tiere jetzt eingepfercht und dicht zusammengedrängt auf denHaarschnitt warten. Kurz zögert May, denn die Scherer sind bereits bei der Arbeit, und sie haben ihre Scherplattformen mit den ohrenbetäubend surrenden Gerätschaften direkt vor dem Tor aufgebaut, das wir passieren müssen. Etwas unentschlossen stoppen wir zwischen den aufgebrachten Schafen. Ich beobachte, wie ein Scherer das am Rücken vor ihm liegende Tier mit geübten Handgriffen hierhin und dorthin dreht und die Wolle in dicken Bauschen abfällt. Da entdeckt uns einer der Helfer und winkt uns mitten durch den Schafkorral zum Tor, das er uns freundlich aufhält. Zwischen den davonstiebenden Schafen reiten wir an ihm vorbei, bedanken uns herzlich, und ich bin einmal mehr begeistert davon, wie selbstverständlich und problemlos hier mit Reitern umgegangen wird. Selbst mitten im hektischen Getümmel eines Schertags. Was für eineErfahrung, da hineinzuplatzen! „Damit habt ihr Wales wirklich erlebt“, lacht May, nachdem wir den freundlichen Bauern, die hektische Schafherde und den Lärm der Schermaschinen hinter uns gelassen haben: Ohne Schafe wäre Wales einfach nicht Wales.Kurz bevor wir vom letzten Hügel wieder hinab zum heimatlichen Stall reiten, entdecken wir in einiger Distanz, mitten im endlosen Grünbraun der Heide, dann endlich die halbwilden Ponys. Sie leben hier oben das ganze Jahr über in Freiheit. Gemächlich bewegen sie sich durch das Farndickicht, eine bunte Gruppe aus Schimmeln, Schecken, Braunen. Sie sind zu weit entfernt, als dass man Details erkennen könnte, und verschwinden schon bald wieder aus unserer Sichtweite. Aber irgendwie sind doch sie es, die diesem Ritt die Krone aufsetzen. Wie sie ein Teil dieser rauen, weiten, berührend schönen Landschaft werden – dieser Traum geht für Reiterurlauber:innen in Wales für ein paar Tage in Erfüllung.
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